Weiterbildung
Weiterbildung für Pädiatrische Infektiologie
Diese Weiterbildung beinhaltet die Richtlinien eines Weiterbildungsprogrammes der Subspezialitäten in der Pädiatrie, die von der European Union of Medical Specialists (UEMS) definiert wurden. Diese wurden entworfen von der Europäischen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie in Kooperation mit der Europäischen Gesellschaft für Pädiatrie. Es ist anerkannt von der UEMS Abteilung für Pädiatrie (CESP). Die DGPI hat dieses Programm für Deutschland adaptiert. Download PDF
Neue Weiterbildung zum Infektiologen
Im Mai 2003 hat der Deutsche Ärztetag der Einführung der „Zusatzweiterbildung Infektiologie“ zugestimmt. Die Weiterbildung nach dem Europäischen Curriculum wird ab März 2005 an von der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie zertifizierten Ausbildungszentren durchgeführt werden. Diese Ausbildungszentren werden auch auf europäischer Ebene bei der CESP/ESPID die Anerkennung beantragen. Bisher wurden von der DGPI folgende universitäre Kinderkliniken in Deutschland zertifiziert: Bonn, Düsseldorf (bis 2008), Freiburg, Greifswald, Leipzig, Mainz, Mannheim und München (LMU). Weitere sollen folgen.
Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie hat bisher drei Ausbildungsstipendien für ein „DGPI-Fellowship Pädiatrische Infektiologie“ vergeben. Diese werden jeweils zur Hälfte von der Industrie und von dem jeweiligen Ausbildungszentrum bezahlt. In einem Auswahlverfahren mit nationalen und internationalen Gutachtern wurden die ersten drei Stipendien im Jahr 2005 an die Kliniken in Düsseldorf, Freiburg und Mainz vergeben. Die DGPI bedankt sich bei den Firmen GlaxoSmithKline, Sanofi Pasteur MSD und Wyeth für ihre Unterstützung bei der Finanzierung der Ausbildungsstipendien.
Die Weiterbildung der ersten drei Fellows ist abgeschlossen. Nachfolgend können Sie die Zwischen- bzw. Abschlussberichte nachlesen.
Mainz
Freiburg
Zwischenbericht PDF
Abschlussbericht PDF
Düsseldorf
Bewerbungen für zukünftige Stipendien können an den Vorsitzenden der DGPI oder direkt an die Ausbildungsstätten gerichtet werden. Zur weiteren Information können das Europäische Curriculum und die Weiterbildungs-Curricula der ausgewählten Kliniken eingesehen werden.
Freiburg
Download Curriculum PDF
Download Lernziele PDF
Download Zeitplan PDF
Mannheim
Download Curriculum PDF
Download Zeitplan PDF
Bonn
Europäisches Curriculum
Weiterbildungsinhalt (Curriculum) für den Erwerb eines Diploms
für pädiatrische Infektiologie der DGPI e. V.
1. Definition
Der Bereich Infektionskrankheiten umfaßt die Erkennung, Behandlung und Prophylaxe von erregerbedingten Erkrankungen. Gegenstand der Weiterbildung ist die Gesamtheit der bei Kindern und Jugendlichen auftretenden erregerbedingten Erkrankungen, einschließlich Epidemiologie, Pathogenese, Ätiologie, klinische Symptomatik, Diagnostik, Therapie und Prophylaxe.
2. Weiterbildungszeit
- Zwei Jahre Tätigkeit an einer Weiterbildungsstätte mit Schwerpunkt pädiatrische Infektiologie. Angerechnet werden können je sechs Monate Tätigkeit in einem Institut mit immunologischem Schwerpunkt und/oder eine Tätigkeit an einem der anerkannten nationalen und internationalen Tropeninstitute (im In- oder Ausland) sowie 1 Jahr in einer Weiterbildungsstätte mit Schwerpunkt Infektiologie für Erwachsene.
- Mindestens 1 Jahr Tätigkeit im Stationsdienst und/oder Ambulanz/Poliklinik einer Klinik oder Abteilung für Kinder und Jugendliche mit infektiologischem Schwerpunkt und sechs Monate in einem klinisch-mikrobiologischen Labor.
- Ein Monat in einer Hygieneabteilung.
3. Weiterbildungsinhalt
Erwerb und Nachweis besonderer Kenntnisse und Erfahrungen.
Es sind spezielle Kenntnisse in der Ätiopathogenese, Epidemiologie, Prophylaxe, Diagnostik, Therapie und Prophylaxe folgender Krankheitsgruppen nachzuweisen:
- einheimische Infektionskrankheiten einschließlich Endomykosen, Protozoonosen, Helminthosen und Arthropodenbefall
- nosokomiale und opportunistische Infektionen (insbes. in Hämatologie - Onkologie und Intensivmedizin)
- Sepsis und schwere Organinfektionen (Meningitis, Pneumonie, Endo- und Myokarditis, Peritonitis, Nephritis, Pyelonephritis, Osteooarthritis), vertikal und horizontal übertragene neonatale Infektionen
- die häufigsten tropischen Infektionskrankheiten einschließlich Endomykosen, Protozoonosen, Helminthosen und Arthropodenbefall.
Es sind Kenntnisse und Fähigkeiten auf folgenden diagnostischen Gebieten nachzuweisen:
- sachgerechtes Vorgehen bei Materialentnahme und Materialtransport
- Liquordiagnostik
- Bakterienfärbung (nach Gram, Giemsa usw.)
- Schnellteste zum Nachweis bakterieller Antigene
- Anlegen von Blut-, Liquor- und Stuhlkulturen usw.
- Kenntnisse über Sensibilitätstestung (Agardiffusionstest, Dilutionsteste, minimale Hemmkonzentration usw.)
- Kenntnisse über molekularbiologische Methoden in der mikrobiologischen Diagnostik sowie deren Indikation und Interpretation
- Anfertigung von Nativpräparaten zum mikroskopischen Pilznachweis
- parasitologische Urin- und Stuhldiagnostik
- Malaria-Diagnostik (Blutausstrich, „dicker Tropfen“)
- Kenntnisse auf dem Gebiet der Serologie und Infektionsimmunologie
- Grundlagen der virologischen Diagnostik
Es sind Kenntnisse und Erfahrungen in folgenden Arbeitsgebieten und Tätigkeitsfeldern nachzuweisen:
- Grundlagen der antimikrobiellen Chemotherapie einschließlich der Pharmakologie der Antimikrobiotika, insbesondere Kenntnisse über antimikrobielle Chemotherapie (Antibiotika, Virustatika, Antimykotika, Antiparasitaria usw.) einschließlich Eigenschaften, Wirkungsspektrum, Resistenzentwicklung, Pharmakokinetik, Nebenwirkungen, Indikation, Dosierung und Applikation.
- Klinische Bakteriologie, Mykologie, Virologie, Protozoologie und Helminthologie incl. Indikation und Ergebnisbeurteilung der üblichen und besonderen Untersuchungsmethoden.
- Über rechtliche Bestimmungen einschließlich des Meldewesens und der amtlichen Richtlinien zur Krankenhaushygiene, Desinfektion und Sterilisation, Einleitung und Durchführung antiepidemischer Maßnahmen.
- Über Physiologie und Pathophysiologie des Immunsystems, einschließlich der passiven und aktiven Immunisierung, der Reiseimpfungen und der Diagnostik von Impfkomplikationen
